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Erste eigene Ernte am Berliner Hauptbahnhof: Anbauvereinigung CannabisTreff startet die Ausgabe an Mitglieder

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Ab dem 31. Juli gibt die Anbauvereinigung CannabisTreff erstmals Cannabis aus eigener Ernte an ihre Mitglieder aus — und tut das an einer Adresse, die für Berliner Verhältnisse kaum zentraler sein könnte: am Hauptbahnhof.

Für die Berliner Vereinslandschaft ist das mehr als eine Randnotiz. Der Weg von der Genehmigung zur ersten eigenen Ernte ist der eigentliche Härtetest des Vereinsmodells. Genehmigt zu sein bedeutet erst einmal nur, dass man anbauen dürfte. Bis daraus ein funktionierender Kreislauf aus Anzucht, Ernte, Trocknung, Dokumentation und geordneter Abgabe wird, vergehen Monate, und nicht jeder Verein schafft diesen Schritt.

Bemerkenswert ist die Lage. Anbauvereinigungen unterliegen strengen Auflagen — unter anderem gilt ein Konsumverbot in den Vereinsräumen und in deren unmittelbarer Umgebung, und Abstandsregeln zu Schulen, Kitas, Spielplätzen und Sportstätten sind einzuhalten. Dass eine Ausgabestelle ausgerechnet an einem Verkehrsknoten funktioniert, zeigt, dass sich diese Auflagen auch mitten in der Stadt erfüllen lassen. Für andere Vereine, die derzeit an der Standortsuche scheitern, ist das ein durchaus relevantes Signal.

Praktisch ändert der Start nichts an der Grundrechnung: Ein Verein darf höchstens 500 Mitglieder haben und ausschließlich an diese abgeben. Wer nicht Mitglied ist, kann dort nichts bekommen — auch nicht am Hauptbahnhof. Wer Interesse hat, sollte sich auf die Warteliste setzen lassen und mit Wartezeit rechnen.

Für uns ist dieser Schritt vor allem eines: ein Beleg dafür, dass das Modell in Berlin ankommt. Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes gehen die ersten Vereine von der Aufbauphase in den Regelbetrieb über. Genau daran wird sich in den kommenden Jahren zeigen, ob die Teillegalisierung funktioniert.

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